Der Verein

„Der Deich in Fischbeck ist gebrochen!“

Am 10.06.2013 ahnten noch die wenigsten Bewohner des Elbe-Havel-Winkels was sich in den kommenden Tagen in der Region ereignen und welche Veränderungen dieses Geschehnisse für das Leben mit sich bringen würde.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Dörfer wurden binnen kurzem überflutet und von der Außenwelt abgeschnitten, Straßen überschwemmt, zahlreiche Familien mussten ihr Zuhause verlassen, und auf vorerst unbestimmte Zeit zu Freunden, Bekannten oder in Notunterkünfte ziehen. Einige verloren ihr Heim oder ihre berufliche Existenzgrundlage.

Binnen weniger Tage hatte sich in einer ganzen Region das Leben schlagartig geändert. Während im wenige Kilometer entfernten angrenzenden Städten und Dörfern, die nicht von der Flut betroffen waren, das Leben im normalen Geschehen weiterging, drehte sich im Elbe-Havel-Winkel bald alles nur noch um die Sicherung der Dörfer, der Infrastruktur, der Häuser und Betriebe.

Viele Bewohner, zivile und militärische Einsatzkräfte halfen so gut sie konnten. Dennoch mussten einige Ortschaften evakuiert und den Wassermassen überlassen werden. Für viele waren dies traumatische Stunden. Die die zurückgeblieben waren, versuchten nahezu auf sich allein gestellt, gegen die Fluten anzukämpfen. Es war schön zu sehen, wie hilfsbereit die Menschen einander beistanden.

Nachdem sich die Situation entschärfte, tauchten bei den Bürgern die ersten Fragen auf.

Warum war der Deich in Fischbeck gebrochen?
Warum waren an einigen anderen Stellen Deichbrüche fast geschehen?
Warum funktionierte der regionale und auch örtliche Katastrophenschutz so unzulänglich?
Warum wurden Ortsteile evakuiert, die gar nicht vom Hochwasser betroffen waren? Warum war man auf dieses Hochwasser nach den Geschehnissen der Hochwassersituation im Sommer 2002 so unzureichend vorbereitet?
Und letztendlich auch die Frage: Was passiert bei einem neuen „Jahrhunderthochwasser“?

Aus den Gesprächen untereinander heraus fanden sich zahlreiche Bürger, Landwirte, Gewerbetreibende und Politiker aus den betroffenen Gemeinden entlang der Elbe zusammen und gründeten die Hochwasserschutzinitiative Elbe-Havel-Winkel e. V., um die Geschehnisse aufzuarbeiten und die Lehren aus Vorkommnissen zu ziehen. Es gilt sich künftig auf derartige Situationen besser einzustellen und vorzubereiten. Dabei wird die Hauptaufgabe der Hochwasserschutzinitiative darin bestehen, die notwendigen Veränderungen mit zu initiieren, zu begleiten und auf die Umsetzung der Maßnahmen bei den verantwortlichen Stellen zu drängen.

Wir laden Sie herzlich dazu ein, sich auf den Internetseiten der Hochwasserschutzinitiative Elbe-Havel-Winkel e. V. umzusehen. Vielleicht können wir Sie bald als Mitglied, Unterstützer oder Spender begrüßen.